Stiftung fördert Kinder- und Jugendarbeit des Vereins
zur Rettung von Fachwerk- und Sandsteinhäusern

Bayreuth. (rms) Der Verein „Rettet die Fachwerk- und Sandsteinhäuser! e.V.“ richtet seine Aufmerksamkeit auf ein besonderes Merkmal der historischen Baukultur im Bayreuther Raum: Die Fensterschürzen. Die meist aus Sandstein gemeißelten Bauteile zieren die Fassaden von Bauern- und Bürgerhäusern. Zurecht stehen sie als Zeugnis der oberfränkischen Baukultur unter Denkmalschutz. Der Verein will die jungen Generationen für die regionaltypischen und ortsprägenden Fensterschürzen begeistern und lädt zum Entdecken ein.

Als Fensterschürzen werden Schmuckelement eines Fensters im unteren Brüstungsfeld bezeichnet. Sie gehören zu den Gestaltungselementen an herrschaftlichen Steinhäusern des barocken und klassizistischen Baustils. Im Bayreuther Raum sind Fensterschürzen zudem auch an Bauern- und Bürgerhäusern zu sehen und sind somit eine regionale Besonderheit der oberfränkischen Baugeschichte. Die Gebäude werden auch als Fensterschürzenhäuser bezeichnet. Die Fensterschürzen zeigen dekorative Elemente oder erzählen in Bildern und kurzen Versen die Geschichte der Menschen, die einst das Haus bauten und darin lebten.

Der Verein „Rettet die Fachwerk- und Sandsteinhäuser! e.V.“ hat 2018 ein kleines Fensterschürzenhaus in Mistelgau erworben. Es soll fachkundig saniert werden. Zum Haus gehört auch eine Scheune deren Sanierung bereits 2020 abgeschlossen wurde und jetzt ein idealer Ort für Veranstaltungen ist. Kindern und Jugendlichen wird hier bei gelegentlichen Aktionen die Besonderheit von Fachwerk- und Sandsteinhäusern erläutert. In der „Gefache-Webwerkstatt“ erfahren Kinder modellhaft wie früher Fachwerkhäuser entstanden, indem Holzrahmen – die sogenannten Gefache – mit Ästen, Hasel- und Weidenruten „webend“ gefüllt und mit Lehm geglättet wurden. Die aber wohl beliebteste Aktion ist die „Steinmetzwerkstatt für Kinder und Jugendliche“. Unter der Anleitung einer gelernten Sozialpädagogin und ausgebildeten Steinmetzin dürfen die Teilnehmer mit Meißel und Knüpfel selbst kleine Fensterschürzen gestalten.

Der Verein verfolgt dabei einen klaren Denkansatz wie die Vorsitzenden Brigitte Trausch zusammenfasst: „Wer mit seiner eigenen Hände Arbeit erlebt wie mühsam und zeitaufwändig es ist, etwas Schönes, Individuelles zu fertigen und gleichzeitig gegebenenfalls zu erleben wie rasch ein unbedachter Schlag das eigene Kunstwerk vernichten kann, der wird selber bedeutendere Kunstwerke schätzen, schützen und niemals zerstören!“ Stolz und mit großer Freude präsentieren die Kinder und Jugendlichen nach getaner Arbeit ihr geschaffenes Werk.

Zu einem großen Renner hat sich auch das Herstellen von kleinen, originalgetreuen Fensterschürzen entwickelt, die mithilfe von perfekt nachgestalteten Modeln als Ton-Abdruck gefertigt werden. So können auch jüngere Kinder und vor allem Schüler kleine Fensterschürzen fertigen. Der Verein geht mit dieser Aktion auch in die Schulen und organisiert Exkursionen mit den Schülern zu den regionaltypischen Fensterschürzenhäuser. Zurück im Klassenzimmer werden dann nach eigenen Vorstellungen kleine Fensterschürzen gestalten oder mithilfe von Modeln ortsbezogene Fensterschürzen-Abdrücke herstellen.

Für die Durchführung dieser Workshops hat die Rainer Markgraf Stiftung dem Verein „Rettet die Fachwerk- und Sandsteinhäuser! e.V.“ eine Spende übergeben und wünscht allen Beteiligten viel Freude beim weiteren Entdecken der Fensterschürzen und ihrer Geschichte.

Weitere Informationen: www.rettetdiefachwerk-undsandsteinhaeuser.de

In der „Gefache-Webwerkstatt“ erfahren Kinder modellhaft wie früher Fachwerkhäuser entstanden, indem Holzrahmen – die sogenannten Gefache – mit Ästen, Hasel- und Weidenruten „webend“ gefüllt und mit Lehm geglättet wurden.

Fotos: Verein Rettet die Fachwerk- und Sandsteinhäuser

Zu einem großen Renner hat sich auch das Herstellen von kleinen, originalgetreuen Fensterschürzen entwickelt, die mithilfe von perfekt nachgestalteten Modeln als Ton-Abdruck gefertigt werden.