Projektstudie für ein Wissenschafts- und Begegnungszentrum

Für ein erstes persönliches Zusammentreffen hat der im Herbst 2020 berufene Bayerische KI-Rat das Kloster Speinshart ausgewählt. Die 21-Mitglieder nutzen die Gelegenheit, um der Öffentlichkeit eine Projektstudie vorzustellen: Ein internationales Wissenschafts- und Begegnungszentrum für Künstliche Intelligenz soll entstehen. Als Standort empfehlen die Ratsmitglieder das Kloster Speinshart in der nördlichen Oberpfalz.

Die Rainer Markgraf Stiftung begrüßt diese Empfehlung und hat bereits finanzielle Unterstützung für das Projekt zugesagt. Bereits bei einem ersten Treffen mit dem Vorsitzenden des KI-Rats, Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin, war der geschäftsführende Vorstand der Rainer Markgraf Stiftung, Florian Prosch, zur Vorbereitung dieser Studie mit eingeladen und zusammen mit politischen Vertretern mit eingebunden. Bei der Sitzung am 15. September im Kloster Speinshart war der Stiftungsvorstand ebenso mit eingeladen und anwesend. Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Projektstudie „Internationales KI-Wissenschafts- und Begegnungszentrum Kloster Speinshart“ an die Bayerische Staatsregierung übergeben. Digitalministerin Judith Gerlach, Wissenschaftsminister Bernd Sibler und Wirtschafts-Staatssekretär Roland Weigert waren in Speinshart zu Gast und nahmen die Studie entgegen.

Es liegt in der Tradition des Klosters Speinshart, ein Ort des Denkens und der Begegnung zu sein. Speinshart verbindet in seiner langen Geschichte schon immer Glaube, Kultur und Wissenschaft. Diesem Auftrag möchte sich das Kloster auch zukünftig stellen und sucht deshalb nach einem innovativen Nutzungskonzept, welches die Tradition und die Philosophie des Klosters als Begegnungsstätte in die Zukunft führen kann. Ein internationales KI-Wissenschafts- und Begegnungszentrum würde Tradition und Zukunftsvision in beispielhafter Weise miteinander verbinden.

Dieser Ansicht ist auch der Bayerische KI-Rat, ein von der bayerischen Staatsregierung ins Leben gerufenes Experten-Gremium mit dem Auftrag, die KI-Strategie der High Tech Agenda Bayern mitzugestalten und den Freistaat als einen führenden Standort für Künstliche Intelligenz zu etablieren. Unter den Mitgliedern des KI-Rates ist auch die Preisträgerin des Rainer-Markgraf-Preis 2020: Prof. Dr. Ute Schmid, Professorin für Angewandte Informatik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Mit seiner ausgeprägten wissenschaftlichen und unternehmerischen Expertise möchte der KI-Rat gemeinsam mit der Politik die Zukunft prägen und die bayerische Tradition im Bereich KI fortsetzen. Für Digitalministerin Judith Gerlach ist deshalb klar: „Künstliche Intelligenz ist DIE Zukunftstechnologie“. Aus Sicht der Ministerin könne der hochkarätig besetzte KI-Rat zum echten Booster für Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft in Bayern werden. Auch Wissenschaftsminister Bernd Sibler sieht großes Potential in dem neuen Gremium: „Mit dem Bayerischen KI-Rat ein herausragend besetztes Expertengremium zu installieren, das die wegweisende Arbeit unserer exzellenten Forschungseinrichtungen unterstützt und national wie international noch deutlicher sichtbar macht, war deshalb eine wichtige und richtige strategische Entscheidung. Das hat das heutige Treffen eindrucksvoll bestätigt.“

Mit der Gründung des KI-Rates erhielt die Hightech Agenda ein Gesicht. Gleichzeitig ergab sich daraus auch die Fragestellung, ob es auch einen Ort für die KI-Spitzenforschung braucht, an dem Kompetenzen gebündelt werden, an dem „Forschung auf Mensch“ trifft, so KI-Ratsvorsitzender Sami Haddadin. Und so war das erste Projekt des Bayerischen KI-Rates geboren: eine Projektstudie mit dem Titel „Internationales KI-Wissenschafts- und Begegnungszentrum im Kloster Speinshart. Ein strategischer Baustein für die Hightech Agenda“. Dass der erste Präsenztermin des KI-Rates nach der konstituierenden Sitzung, die aufgrund der Corona-Pandemie im Dezember 2020 nur virtuell abgehalten werden konnte, nun in Speinshart stattfand, war also keineswegs Zufall. Der KI-Rat spricht sich dafür aus, mit dem KI-Wissenschafts- und Begegnungszentrum eine zentrale hochschulübergreifende unabhängige Einrichtung für die internationale KI-Community zu schaffen. Als Standort für ein solches Zentrum schlägt der KI-Rat das Kloster Speinshart vor. Als einziges Bundesland würde der Freistaat Bayern damit einen Ort schaffen, an dem die Schlüsseltechnologie KI aktiv gestaltet und im Schulterschluss und im Diskurs mit Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vorangebracht werden kann. Dass Speinshart hier eine entscheidende Rolle spielen kann und sollte, hat der KI-Rat bei seiner Sitzung im Kloster deutlich formuliert.