Digitalisierung im Archiv

Bamberg. In einem Digitalisierungsprojekt an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg werden Schlüsseldokumente zur Universitätsgeschichte Bambergs aus dem Bestand „Lyzeum und Philosophisch-Theologische Hochschule Bamberg“ bearbeitet und open access bereitgestellt. Durch die Verfügbarkeit der unikalen und bisher erst wenig rezipierten Archivalien sollen neue Forschungen zur Bildungspolitik sowie zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte angeregt werden, insbesondere zur Entwicklung der höheren Bildungsanstalten Bayerns und Oberfrankens.

In der Universitätslandschaft Deutschlands stellt die Genese der Otto-Friedrich-Universität einen Sonderfall dar. Sie wurde 1979 als Nachfolgerin der aufgelösten Universitas Ottoniano-Fridericiana (1648-1803) wieder-gegründet und erhielt 1988 das Recht, ihren alten Namen wieder anzunehmen. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war, dass die akademische Ausbildung in Bamberg nach der Schließung der Universität des Fürstbistums nicht abbrach, sondern ab 1803 in Form eines Lyzeums und weiterer Einrichtungen kontinuierlich weitergeführt wurde. In Bamberg spielt das Lyzeum bzw. die PTH als höhere akademische Bildungsanstalt daher eine zentrale Rolle für den Universitätsstandort und liefert darüber hinaus ein wichtiges Beispiel für die Bildungspolitik Bayerns.

Gegenstand des Digitalisierungsprojekts sind große Teile des regional und überregional bedeutenden, geschlossenen Bestands an Akten, Amtsbüchern und Korrespondenzserien zum Lyzeum und der Philosophisch-Theologischen Hochschule Bamberg (19. und 20. Jahrhundert). Die Quellen werden digitalisiert und über das Archivportal-D open access bereitgestellt. Die dabei erfolgende Anreicherung der Digitalisate mit strukturierten Metadaten erleichtert die Recherchier-barkeit der Quellen und erschließt sie somit für neue Forschungsfragen. Gleichzeitig dienen die Digitalisate der internen und externen Vernetzung weiterer Wissens-bestände zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Anhand des Projekts werden schließlich Best-practice-Empfehlungen erstellt, die es auch kleineren Archiven ermöglichen, auf bestehenden Erschließungs-daten aufzusetzen und recherchefreundliche digitale Wissensbestände zu generieren.

Das Projekt ist über einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt und wird bis September 2020 abgeschlossen. Die Leitung hat Dr. Margrit Prussat. Johannes Kempf, M.A. und Dipl.-Hist. Daniel Manthey sind Projektmitarbeiter. Gefördert wird das Projekt durch die Rainer Markgraf Stiftung, die Oberfrankenstiftung und die Lyzeumstiftung Bamberg.

Ein Beitrag von Dr. Margit Prussat und Johannes Kempf